Mo 14. September 2005 — 18 Uhr
So 18. September 2005 — 13 Uhr
Ein Heimatfilm über die fremde Welt vor der eigenen
Haustür
Nur 20 Straßenbahnminuten sind es vom Kölner Dom bis ins
Vorgebirge – eine dieser Gegenden, durch die man durchfährt, um
anderswo einen Ausflug zu machen. Eingezwängt zwischen Köln und
Bonn, nicht Stadt, nicht Land, zersiedelt, gesichtslos,
austauschbar. Schillernd wird die Gegend nur nachts, wenn die
Ölraffinerien am Rhein gespenstisch leuchten.
Für die Menschen allerdings, die dort wohnen, ist das
Vorgebirge die Mitte der Welt. In dieser Mitte gilt es, sich einen
Platz zu erobern. Was nicht immer ganz leicht ist, ganz besonders
nicht für die vier Protagonisten des Films: Hans Wilhelm
Dümmer, der Pfarrer zweier Nachbardörfer, die seit
Jahrhunderten verfeindet sind, und dessen schwere Mission deren
Versöhnung ist. Sophia Rey, die Vorgebirgskrimiautorin im
Eigenverlag, deren neue Bücher ausgerechnet in ihrem eigenen
Heimatdorf zunehmend unbeachtet bleiben. Mark Basinsky, das
jüngste Mitglied eines Junggesellenvereins, träumt davon, eines
Tages Modedesign in Mailand zu studieren. Und Giuseppe Scolaro,
der leidenschaftliche Erste Vorsitzende eines Spielmannszuges, der
zu seinem eigenen Bedauern Italiener ist.
DURCHFAHRTSLAND begleitet die Protagonisten ein Jahr lang und
zeichnet dabei ein sehr persönliches Porträt einer Gegend, die
nur auf den ersten Blick unscheinbar wirkt. Ein typisches Stück
deutscher Provinz, deren Bewohner sich mit trotzigem Stolz ihre
Riten, Mythen und Geschichten bewahrt haben. Auch wenn die
Schmutzgürtel der Großstädte immer näher rücken.
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D 2005 · Regie und Drehbuch
Alexandra Sell · Kamera Justina Feicht, Henning
Drechsler · Schnitt Gesa Marten · 91' |
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