Mi 30. November 2005 — 18:00 Uhr
So 4. Dezember 2005 — 13:30 Uhr
So 11. Dezember 2005 — 13:45 Uhr
Elend und Stolz im Berg von Cerro Rico: Kinderarbeit in den
Minen von Bolivien
Basilio Vargas (14) und sein Bruder Bernardino (12)
kennen ihr Metier: Sie sind Mineros, Bergarbeiter. Ihr
Arbeitsplatz sind die 450 Jahre alten Stollen des Cerro Rico, des
"Reichen Berges" von Potosí. Dort, wo es einmal die
größten Silbererzvorräte der Welt gab, oberhalb von Potosí,
der 4300 Meter über dem Meer gelegenen bolivianischen Stadt, die
einst so bedeutend war wie London, Paris oder Berlin, arbeiten
Basilio und Bernardino unter Tage als Lastenschlepper,
Schubkarrenfahrer und Sprengloch-Meisler. Der Vater der Kinder ist
mit 35 an einer Staublunge gestorben. Würden die Beiden nicht
jeden Tag bis zu 10 Stunden Schwerstarbeit in den Stollen
verrichten, gäbe es zu Hause nichts zu Essen.
Sieben Jahre lang kämpften der heute in München lebende
österreichische Filmemacher Richard Ladkani und sein
nordamerikanischer Kollege Kief Davidson darum, einen Film
über die Geschichte der Bergarbeiterkinder von Potosí zu
realisieren. 2004 war es endlich soweit: Sie stiegen mit Basilio
und Bernardino in 1500 Meter in den Berg hineinreichende,
teilweise völlig ungesicherte Schächte hinab, erlebten die
unsäglichen Arbeitsbedingungen unter Tage, die tägliche Angst
der Kinder vor Dynamit-Unfällen, herabstürzenden
Gesteinsbrocken, Gasexplosionen und dem Erstickungstod durch
Staubwolken. In der klaustrophobischen Enge der über 20.000
Tunnel und Stollen des Cerro Rico, bei Temperaturen von bis zu 40
Grad Celsius und einer Atemluft, die zu 20 Prozent mit giftigem
Arsen-Gas angereichert ist, entstanden so nie zuvor gesehene
Bilder von atemberaubender Intensität.
Es sind die beiden Protagonisten, Basilio und Bernardino, die
die Zuschauer durch ihre Welt führen, mit den Regeln des
täglichen Kampfes um das Überleben im Berg vertraut machen. Kein
Sprecher kommentiert, kein Erwachsener erklärt oder relativiert
die verstörenden Bilder im Licht der kleinen Flammen der
Karbitlampen an den Helmen der Kinder. Richard Ladkani und Kief
Davidson zeigen in ihrem Film voller Sensibilität und Respekt,
welche ungeheure Leistung Kinder in dem ärmsten Land Südamerikas
für das Überleben ihrer Familien erbringen müssen und dabei
trotzdem keine Minute lang aufhören, von einem anderen, besseren
Leben zu träumen.
Links
» Offizielle
Filmhomepage
» Internet
Movie Database
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USA/D 2004 · Regie Kief
Davidson, Richard Ladkani · Kamera Richard Ladkani
· Schnitt Kief Davidson · span.OmU · 82' |
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