September/Oktober 2006
Derek Jarman verfilmt 1986 das Leben des letzten großen
Malers der italienischen Renaissance Michelangelo Merisi, der sich
nach seinem Geburtsort Caravaggio nennt.
In Form einer experimentellen Annäherung beleuchtet der wohl
berühmteste britische Filmemacher der 80er Jahre vor allem den
Aspekt eines Künstlers, der zwischen der Welt seiner Förderer
und Gönner und jener seiner mittellosen Modelle hin- und
hergerissen ist, letztlich in allen sozialen Sphären zum
Außenseiter wird und am Ende einer ungewollt durch ihn
ausgelösten Intrige zum Opfer fällt.
Die filmische Biografie des Malers, den Jarman bewusst in die
Nähe Pasolinis oder Genets rückt,
erzählt mindestens genauso viel über den Künstler Derek Jarman
(der selbst Malerei studiert hat) wie über den Renaissance-Maler:
Beide haben zu Lebzeiten mit ihrem künstlerischen Werk sowohl
großen Einfluss ausgeübt als auch für Aufregung gesorgt. Nicht
wenige Zeitgenossen nahmen an der kontroversen Ausstrahlung der
Werke und an der ständigen Provokation der moralischen Sitten des
Entstehungskontextes Anstoß.
Aufsehenerregend und adäquat ist Jarmans visuelle Gestaltung
des Künstlerportraits: wie Caravaggio, der als wichtigster
Vertreter des clairobscur gilt (der dramatischen,
nicht-realistischen Lichtgestaltung), meißelt der Filmemacher nur
die Teile des Bühnenbilds aus dem Dunkel, die in der Szene eine
dramatische Bedeutung haben. Für CARAVAGGIO erhielt Jarman 1986
auf der Berlinale einen Silbernen Bären
für die besondere künstlerische Gestaltung.
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GB 1986 · Regie und Drehbuch Derek
Jarman · Kamera Gabriel Beristain · Schnitt
George Akers · Mit Nigel Terry, Sean Bean, Tilda
Swinton, Dexter Fletcher, Nigel Davenport u.a. · ab 12 J.
· engl.OmU · 93' |
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