der verein | aktuell | projekte & filmreihen | home

delicatessen-
Startseite
Rückblick

Horst Buchholz ... Mein Papa
Mo 21. September 2005 — 18 Uhr
So 25. September 2005 — 13 Uhr

Horst Buchholz – Schauspieler und Berliner Legende.

Das eigenwillige Filmporträt von Christopher Buchholz und Sandra Hacker zeigt die Innenansicht einer Familie, deren Mittelpunkt ein ebenso liebenswerter wie störrischer Weltstar war. Horst Buchholz war ein "Berliner Junge", der aus bescheidenen Verhältnissen stammte
und als Schauspieler ein internationaler Star wurde. Christopher, sein Sohn, hat vor vier Jahren einen filmischen Dialog mit dem Vater begonnen. Ein Herantasten an einen Menschen voller Widersprüche, den vor allem eines auszeichnete: Er sprach nicht gerne über sich.

Daraus entstand ein familiäres Katz-und-Maus-Spiel zwischen einem Vater, der sich langsam aufgibt, und einem Sohn, der das einfach nicht akzeptieren will. Im März 2003 starb Horst Buchholz unerwartet. Christopher suchte weiter nach den Spuren seines Vaters. Er stellte seine offenen Fragen an seine Mutter Myriam Buchholz Bru und seine Schwester Béatrice. Das Ergebnis ist ein ehrliches Dokument und zugleich ein tragikomischer Film, der einen ungewöhnlichen Einblick in das Leben eines Weltstars und seiner Familie gibt.

 

Christopher Buchholz über seinen Film:

"Papa ist am 3. März 2003 gestorben. Er war 69. Viel zu jung. Aber er war müde in den letzten Jahren und hatte das Gefühl, im Déjà-Vu zu leben. Leider war mein Vater jemand, der nicht gerne von sich erzählt hat. Ich habe mich entschlossen, ihn zu interviewen, um ihn zum Sprechen zu bringen und ihn zu bewegen, seine Geschichte weiter zu erzählen. Ich wollte ihn besser verstehen und ihn mit sich selbst konfrontieren, ihn vor seine Widersprüche stellen. So habe ich im Laufe zweier Jahre mehrere Stunden Gespräche mit einer DVCam-Kamera aufgezeichnet, in denen sich mein Vater wie noch nie geöffnet hat. 

Meistens waren wir beide allein. Manchmal zu dritt, zusammen mit seiner Schwester Heidi oder mit seiner Frau Myriam, meiner Mutter. Im Laufe der Zeit wurde uns klar, dass diese Momente das Herz eines anrührenden Films sein könnten. Als mein Vater starb, habe ich mich dann entschlossen, was wir zusammen begonnenen haben, in diesem Film zu Ende zu führen. Das filmische Portrait soll weder eine Abrechnung zwischen Vater und Sohn, noch eine Hommage an einen Weltstar sein. Ich möchte, dass man die Höhen und Tiefen im Leben dieses Mannes verstehen kann.

Anfang der 60er Jahre schenkte mein Vater meiner Mutter eine Super 8-Kamera. Das war der Beginn einer großen Leidenschaft. Sie hat über 20 Jahre unser gemeinsames Leben auf Zelluloid gebannt: Meine Mutter filmte unsere Familiengeschichte überall, wo sie lebte und wohin sie meinen Vater begleitete: Unbeschwerte Kindertage mit unserem Vater. Meine ersten Pickel und meinen Vater in der Mid-Life-Crisis. Ein Zeitraffer des Älterwerdens. Magische Momente aus der Vergangenheit. Für diesen Film hat meine Mutter zum ersten Mal ihr Archiv zur Verfügung gestellt."

D 2005 · Regie und Drehbuch Christopher Buchholz, Sandra Hacker · Kamera Christopher Buchholz, Olivier Distel, Sandra Hacker, Arthur Boisnard · 90'

nach oben

zur delicatessen-startseite

email delicatessen@cinema-muenster.de