Mo 04. Dez. 2006 — 21:00 Uhr
Die Verachtung ist eine Reflexion über das Filmemachen, ein
Film über die Verführung durch das Geld und darüber, wie
letzteres zum Verlust der Selbstachtung führen kann.
Vordergründig wird vom Scheitern der Ehe eines Drehbuchautors
erzählt (Michel Piccoli und Brigitte Bardot). Aber
im Mittelpunkt des Films steht ebenso die Verfilmung der Odyssee
Homers, für die der amerikanische Produzent (Jack Plance)
einen berühmten Regisseur (Fritz Lang) gewinnen konnte.
Die beiden streiten sich um die Gestaltung des Films.
Der Drehbuchautor soll das Buch nach den Wünschen des
Produzenten publikumswirksam umschreiben. Die Frau des Autors ist
mit dem Auftrag nicht einverstanden. Dass ihr Mann eine Menge Geld
dafür bekommt, tut ihrem Gefühl keinen Abbruch. Ihre
Enttäuschung über die Käuflichkeit ihres Mannes steigert sich
zur Verachtung. Ihr Mann ignoriert die Annäherungsversuche des
Produzenten gegenüber seiner Frau. Mehr noch, der Autor scheint
den Produzenten sogar zu ermutigen, womit er von seiner eignen
Käuflichkeit ebenso ablenkt wie er sie dadurch bestätigt.
LE MÉPRIS — DIE VERACHTUNG ist sicher der schönste Film
Godards, und er wäre kein Godard, wenn die Schönheit nicht
seinem Gegenstand entspränge. In weiteren Hauptrollen: die Farben
rot, blau und gelb; die Villa Malarpate auf Capri; eine schwarze
Perücke in der Küche und der Roman auf dem Po von Bardot.

LE MÉPRIS
· F 1963 · Regie Jean-Luc Godard · Drehbuch
Jean-Luc Godard, Alberto Moravia ·
Kamera Raoul Coutard · Mit Michel Piccoli, Brigitte
Bardot, Jack Palance, Giorgia Moll, Fritz Lang u.a · franz. OmU ·
103'
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