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Mo 22. Jan. 2007 — 21:00 Uhr
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Nagisa Oshimas bekanntestes Werk, das auf einem realen
Ereignis aus dem Jahr 1936 basiert, löste bei der Aufführung auf
der Berlinale 1977 einen Skandal auf: der Film wurde als
"harte Pornographie" beschlagnahmt. Im Jahr darauf wurde
er allerdings ungekürzt für die Kinos freigegeben und darüber
hinaus von der Filmbewertungsstelle mit dem Prädikat
"besonders wertvoll" ausgezeichnet. Bis heute gilt der
Film als eines der radikalsten Werke der Filmgeschichte, das
Sexualität und Obsession bis ins Detail auslotet.
Sada arbeitet als Dienerin und Prostituierte in Tokus
Geisha-Haus, um so die Schulden ihres Ehemanns zu bezahlen. Es ist
das Jahr 1936, die japanische Bevölkerung bereitet sich auf den
Ausbruch des zweiten Weltkriegs vor und die alten Bräuche und
Traditionen beginnen langsam zu zerfallen — auch die Dienste der
Geishas sind nicht mehr so gefragt. Eines Tages begegnet Sada dem
Ehemann von Toku, der Besitzerin des Geisha-Hauses und verliebt
sich in ihn. Kichizô, Tokus Mann, fühlt sich ebenfalls von Sada
angezogen. Die beiden beginnen eine leidenschaftliche Affäre, die
zunehmend obsessiver wird. Sada droht damit, Kichizô zu töten,
sollte er noch einmal mit seiner Frau schlafen; Kichizô ist
eifersüchtig auf die zahlende Kundschaft der Geliebten. Er
beschließt, sie zu heiraten, denn nur so können sie sich
wirklich gegenseitig besitzen. Von nun an wird die Außenwelt
immer unwichtiger, bedingungslos geben sie sich einander hin und
lassen die Grenzen von Konventionen und Tabus dabei hinter sich -
Sexualität ist die einzige Form der Kommunikation, die zwischen
den beiden möglich ist. Nur Schmerz kann ihre Lust und Ekstase
noch steigern.
AI NO CORRIDA
· Japan/Frankreich 1976 · Regie Nagisa Oshima · Mit
Tatsuya Fuji, Eiko Matsuda u.a. · OmU · 109'
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Movie Database
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