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Zum Aktionstag der kommunalen Kinos mit dem Thema „Unzensiert“:
die rekonstruierte Fassung des ersten deutschen Spielfilms zum
Thema Homosexualität

Richard Oswalds Film wirbt für Toleranz Homosexuellen
gegenüber und setzt sich gegen deren Kriminalisierung ein. Conrad
Veidt spielt einen schwulen Violinvirtuosen, der erpresst wird und
am Ende Selbstmord begeht. Konservative und Nationalisten rufen
nach der Zensur. Da sowohl Oswald als auch sein Mitarbeiter, der
Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld, Juden sind, hieß es
gleich: „Die Juden verderben unsere Jugendlichen.“ Nach
Zuschauerprotesten wurde der Film nach sechs Wochen aus den Kinos
genommen und hat nur als Fragment einer 1927 umgeschnittenen
Kurzversion überlebt, die eine Episode des Films „Gesetze der
Liebe“ von Magnus Hirschfeld gebildet hat. Die Rekonstruktion
des Originalfilms verwendet neben dem vorhandenen Filmfragment
Texte aus zeitgenössischen Protokollen und Besprechungen sowie
Standphotos. Wir danken dem Filmmuseum München für die
Unterstützung.

ANDERS ALS DIE ANDERN · D
1919 · Regie Richard Oswald · Drehbuch Richard
Oswald, Magnus Hirschfeld · Kamera Max Faßbender · Mit
Conrad Veidt, Leo Connard, Ilse von Tasso, Alexandra Wiellegh,
Ernst Pittschau, Fritz Schulz, Wilhelm Diegelmann u.a. · ab 6 J.
· restaurierte Fassung · ca. 51'
Links
» Cinegraph:
Anders als die Andern — Dokumente zu einer Kontroverse
» filmportal.de
» wikipedia.de
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