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Was ist eigentlich ein Programmkino?

START ... 1983 ... 1985 ... 1987 2002 - in Vorbereitung
Der Beitrag "Im Anschluß" im Heft 2/87 des CINEMAtographen zeigt, wie sich die Medienlandschaft verändert und welche Auswirkungen diese Veränderungen auf das Konzept "Programmkino" haben.
ls das CINEMA und DIE KURBEL-
KISTE im Jahre 1968 eröffneten, standen die ersten Programm- informationen auf kleinen, im Schnelldruckverfahren erstellten Zetteln. Erst 1978 erschienen kleine Programmhefte. Doch das Filmprogramm wuchs und wuchs, die Heftchen wurden zu klein. Seit 1980 gibt es eine richtige Filmzeitung. Insgesamt sind davon bis heute 71 Ausgaben mit einer Auflage von jetzt insgesamt etwa 2,5 Millionen Stück erschienen. An den vielen Ausgaben der Programmzeitung ist auch der Strukturwandel, der inzwischen alle Programmkinos erfaßt hat, abzulesen. Aus dem einst festgefügten Programmplan, der die Spielzeiten der Filme auf den Tag und die Stunde genau angab, wurde das IM-ANSCHLUSS-PROGRAMM.
rund für diesen Programm-
wandel ist das langsame Verschwinden des Filmrepertoires. Hunderte von Filmen sind in den letzten Jahren aus den Regalen der Filmverleiher verschwunden; die Lizenzen sind abgelaufen, die Filmkopien abgenudelt, verkratzt, verschrammt, zerschnipselt. Und auf der anderen Seite haben die Fernsehanstalten die Programmkinos imitiert. Filmreihen mit Schauspielern und Regisseuren, vor zehn und mehr Jahren von den Programmkinos erfunden, sendet
nun das Fernsehen: Bei dessen Finanzkraft spielen Lizenzprobleme keine Rolle - und eine gute Kopie für die Sendung kann man leicht neu herstellen. Die kulturelle Filmarbeit, wie sie früher von Programmkinos geleistet wurde, ist zum großen Teil vom Fernsehen aufgesogen worden. Dem Programmkino bleiben die anspruchsvollen, innovativen und politisch unbequemen Filme, an denen sich das Fernsehen verschlucken würde, wenn man sie untern des Proporzbrei des "ausgewogenen Programms" mischte.
o kommt es, daß auch im
CINEMA Programmkino- (also Repertoire-)filme nur noch selten im Abendprogramm und hauptsächlich am Spätnachmittag und im Spätprogramm laufen. Die Renner heißen nicht mehr "Harold und Maude", "Themroc" oder "Stellyard Blues", sondern "Paradies", "Erst die Arbeit und dann?", "Tee im Harem...", "Du mich auch" oder "Stammheim". Diese Filme laufen nicht mehr an lange im voraus festgesetzten Tagen und Zeiten, sondern IM ANSCHLUSS an den jeweiligen Film, der gerade im Programm steht. Und dadurch hat unsere Programmzeitung einen wesentlichen Teil ihrer Aufgabe, nämlich immer über die genauen Laufzeiten zu informieren, verloren.
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Quelle:
Filmzeitung der Programmkinos CINEMA und KURBELKISTE in Münster, Ausgabe 2/87, S. 3