| Der Beitrag "Im Anschluß" im Heft
2/87 des CINEMAtographen zeigt, wie sich die
Medienlandschaft verändert und welche Auswirkungen
diese Veränderungen auf das Konzept
"Programmkino" haben. |
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ls das CINEMA und DIE
KURBEL- |
| KISTE im Jahre 1968 eröffneten, standen die ersten
Programm- informationen auf kleinen, im
Schnelldruckverfahren erstellten Zetteln. Erst 1978
erschienen kleine Programmhefte. Doch das Filmprogramm
wuchs und wuchs, die Heftchen wurden zu klein. Seit 1980
gibt es eine richtige Filmzeitung. Insgesamt sind davon
bis heute 71 Ausgaben mit einer Auflage von jetzt
insgesamt etwa 2,5 Millionen Stück erschienen. An den
vielen Ausgaben der Programmzeitung ist auch der
Strukturwandel, der inzwischen alle Programmkinos
erfaßt hat, abzulesen. Aus dem einst festgefügten
Programmplan, der die Spielzeiten der Filme auf den Tag
und die Stunde genau angab, wurde das IM-ANSCHLUSS-PROGRAMM. |
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rund für diesen
Programm- |
| wandel ist das langsame Verschwinden des
Filmrepertoires. Hunderte von Filmen sind in den letzten
Jahren aus den Regalen der Filmverleiher verschwunden;
die Lizenzen sind abgelaufen, die Filmkopien abgenudelt,
verkratzt, verschrammt, zerschnipselt. Und auf der
anderen Seite haben die Fernsehanstalten die
Programmkinos imitiert. Filmreihen mit Schauspielern und
Regisseuren, vor zehn und mehr Jahren von den
Programmkinos erfunden, sendet |
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| nun das Fernsehen: Bei dessen Finanzkraft spielen
Lizenzprobleme keine Rolle - und eine gute Kopie für
die Sendung kann man leicht neu herstellen. Die
kulturelle Filmarbeit, wie sie früher von Programmkinos
geleistet wurde, ist zum großen Teil vom Fernsehen
aufgesogen worden. Dem Programmkino bleiben die
anspruchsvollen, innovativen und politisch unbequemen
Filme, an denen sich das Fernsehen verschlucken würde,
wenn man sie untern des Proporzbrei des
"ausgewogenen Programms" mischte. |
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o kommt es, daß auch im |
CINEMA Programmkino- (also Repertoire-)filme nur noch
selten im Abendprogramm und hauptsächlich am
Spätnachmittag und im Spätprogramm laufen. Die Renner
heißen nicht mehr "Harold und Maude", "Themroc"
oder "Stellyard Blues", sondern
"Paradies", "Erst die Arbeit und
dann?", "Tee im Harem...", "Du mich
auch" oder "Stammheim". Diese Filme
laufen nicht mehr an lange im voraus festgesetzten Tagen
und Zeiten, sondern IM ANSCHLUSS an den
jeweiligen Film, der gerade im Programm steht. Und
dadurch hat unsere Programmzeitung einen wesentlichen
Teil ihrer Aufgabe, nämlich immer über die genauen
Laufzeiten zu informieren, verloren.
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Quelle:
Filmzeitung der Programmkinos CINEMA und KURBELKISTE in
Münster, Ausgabe 2/87, S. 3 |
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