zurück zur Startseite....

aktuelle kinowoche | vorschau | das cinema | cinematrix | home

CineMatrix
Wie kommen die Filme auf die Leinwand?

START ... Formate Farbe ... Störungen ... Flash ... Digitales Kino ...
Formate — In der Mai-Juli-Ausgabe '80 der Filmzeitung der Programmkinos CINEMA und KURBELKISTE erschien in der Reihe 'Kinotechnik' seinerzeit folgender Beitrag zum Thema 'Die Formate':

Wenn die Filme richtig vorgeführt werden, ist das Bild von "Apocalypse Now" mehr als doppelt so groß wie das der "Rocky Horror Picture Show". Das Filmmaterial jedoch ist genau gleich groß und immer noch 35 mm breit.

Dagegen ist bei "Pasolinis Decamerone" das Bild auf dem Film kleiner als der der "Rocky Horror Picture Show", auf der Leinwand aber größer.

Die drei genannten Filme entsprechen den drei heute gebräuchlichen Filmformaten: "Rocky Horror" ist Normalformat mit dem Bildverhältnis Höhe : Breite 1 : 1,37. "Decamerone" hat das Breitwandformat mit dem Bildverhältnis 1 : 1,85. " Apocalypse" wurde in CinemaScope mit dem Bildverhältnis 1:2,35 gedreht. Inzwischen gibt es noch ein sogenanntes Zwischenformat
(1 : 1,66).

Viele Kinos projizieren heute jedoch nur noch in zwei Formaten, dem Zwischenformat und CinemaScope. Das Zwischenformat wird also anstelle von Normal- und Breitwandformat verwendet. Das hat den Nachteil, dass der Zuschauer um — manchmal wesentliche — Teile des Bildes betrogen wird.

Zwischen diesen gebräuchlichen Bildgrößen gibt es in einigen Ländern noch weitere. Filme, die in einem solch abweichenden Format gedreht wurden, führen wir, damit das ganze Bild zu sehen ist, mit der jeweils kleineren Optik vor. Den Nachteil, dass dann auf der Leinwand oben und unten ein schwarzer Balken zu sehen ist, nehmen wir in Kauf. Die Alternative wäre nämlich nur die nächst größere Optik und dann würden Teile des Bildes abgeschnitten.

Die Teile des Films neben dem Bild (Bildstrich, Tonspur, Perforation) werden durch sogenannte Masken abgedeckt, die für jedes Bildformat speziell angefertigt werden.

Scope (CinemaScope u.a.) ist ein ganz besonderes Verfahren: das Bild auf dem Film ist minimal größer als beim Normalformat und wirkt beim Betrachten verzerrt. Dies wird bei der Aufnahme mit Spezialisten (Anamorphoten) erreicht. Das Bild wird zur Mitte zusammen gedrückt: Menschen haben dann ganz lange dünne Arme und Beine, ovale Köpfe und hagere Rümpfe. Bei der Vorführung wird dieses verzerrte Bild mit eine entsprechenden Speziallinse wieder entzerrt und dadurch doppelt so breit.

Das Breitwandformat ist sozusagen das Scope für Billigheimer. Das Bild ist auf dem Film zwar genauso breit wie das Normalformat, aber nur etwa halb so hoch und wird einfach stärker vergrößert projiziert Bei der Filmproduktion ist dieses Verfahren erheblich billiger als das Scope-Verfahren.

Probleme mit den vielen Formaten hat der Filmvorführer. An den Kartons, in denen der Film angeliefert wird, steht nämlich meistens das Format nicht dran. So kann es schon mal zu Pannen kommen, weil manchmal auch ältere Filme später in ein anderes Verfahren umkopiert werden.

Quelle:
Filmzeitung der Programmkinos CINEMA und Kurbelkiste in Münster, Ausgabe Mai - Juli 1980, S. 5.

Links